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Anfang Oktober erscheint im Droemer-Knaur-Verlag München Birand Bingüls Sachbuch "Kein Vaterland, nirgends".
Wir produzieren Verlierer am laufenden Band. Ob Alte oder Jugendliche, ob Frauen, Ausländer oder Arbeitslose – immer mehr Menschen werden abgewertet. Wir haben soviel Abstiegsangst wie nie zuvor. Die Ausgrenzung trifft Deutschland ins Herz. Ausgrenzung war über viele Jahrzehnte der Kitt, der dieses Land zusammengehalten hat. Sie funktionierte als Strategie, um Machtstrukturen zwischen Deutschen und Ausländern oder Männern und Frauen zu bewahren, um Leistungsstarke von Leistungsschwachen zu trennen, um die Gesellschaft effizient zu halten. Seit jedoch unter dem wirtschaftlichen Druck der Globalisierung unsere Bereitschaft nachgelassen hat, den Wohlstand zu teilen, gerät unser Selbstverständnis ins Wanken. Wir müssen eine komplette Kehrtwendung machen und unser Selbstverständnis, das bisher auf Ausgrenzung gegründet war, auf eine neue Basis stellen: auf Integration. Nur wenn wir möglichst viele mit hineinnehmen in diese Gesellschaft, kann Gemeinschaftssinn, ein Wir-Gefühl, letztlich: eine neue Identität entstehen.



